Alles, was wichtig ist, geschieht jetzt. Und alles, was jetzt geschieht, ist genug.

Einige Tage vor Weihnachten habe ich von den Lebens- und Leidensgeschichten zweier Menschen erfahren, die ich nicht persönlich kenne. Dennoch haben mich beide Geschichten sehr bewegt und ich habe mich gefragt:

Mal angenommen, ich erkranke sehr schwer. Ich erlebe schlimme körperliche Schmerzen und weiß an keinem Tag mehr, ob ich den nächsten noch erlebe. Ich kann nichts von alldem mehr machen, was ich noch vor hatte. Mein Leben ist vom einen auf den anderen Tag völlig verändert. Eine schreckliche Vorstellung.

Und wie könnte genau das das Allerbeste sein, was mir je passieren könnte? Was würde dadurch in meinem Leben erst möglich werden?

Hier sind meine sehr persönlichen Antworten.

  • Ich erkenne, was mir wirklich wichtig ist im Leben: die Begegnungen mit anderen Menschen. Ich halte mich nicht mehr mit unwichtigem Ballast auf, der das Eigentliche überdeckt. Meine Welt reduziert sich im positivsten Sinne, alles andere hat weniger oder keine Bedeutung mehr, ich komme zur eigentlichen Essenz. Ich spüre meine Dankbarkeit für die Menschen wieder, die mir wirklich nah sind - und auch für die, die "einfach so" in meinem Leben sind. Ich sage allen, die ich liebe, viel öfter, dass ich sie liebe.

  • Ich nehme alles jetzt und hier so wie es ist und warte nicht mehr darauf, dass irgendwann etwas Anderes, Besseres, Interessanteres passiert. Alles was wichtig ist, geschieht jetzt. Und alles, was jetzt geschieht, ist genug.

  • Es wird sinnlos und überflüssig, andere dafür zu bewerten wie sie sich verhalten, wie sie leben oder was für Umstände sie sich erschaffen. Ich muss nichts mehr dafür tun – es fällt mir ganz leicht nur noch das zu sehen, was wirklich zählt: das, was aus dem Herzen kommt.

  • Ich kann viel klarer meine eigene Wahrheit aussprechen – denn es gibt nichts mehr zu verlieren. Wow, ich glaube ich hätte einiges zu sagen, einigen Menschen.

  • Ich mache keine Kompromisse mehr - und gleichzeitig bin ich so kompromissbereit wie nie zuvor in meinem Leben.

  • Ich erkenne, dass ich genug und in Ordnung bin und schon immer war. Auch in genau dem Zustand, in dem ich hier gerade bin.

  • Es wäre die ultimative Lektion in Demut. Wenn es so etwas wie einen "Zustand der Erleuchtung" oder ähnliches gibt, wäre das die beste Gelegenheit, zu erkennen, an welchem Punkt des Weges dorthin ich stehe. Und ich hätte die Chance, direkt dorthin zu gelangen…mit oder ohne Umwege, aber auf jeden Fall, ohne über LOS zu gehen…

  • Ich kann nicht einfach weitermachen wie bisher und so tun, als würde das reichen. Ich bin komplett raus aus meinem bisherigen Leben. Raus aus allem was mich vom Eigentlichen ablenken könnte. Raus aus allem, was mich dabei hält, funktionieren zu wollen und zu sollen.

  • Ich spüre so deutlich wie nie zuvor, wie gross oder klein mein Lebenswille ist. Auf einer tiefen Ebene wird mir deutlich, dass mein Körper "nur" mein Körper ist und nicht ich. Die Identifikation hört auf. Das "Ich" kann in einem fast toten Körper sehr lebendig sein und in einem lebendigen Körper sehr nah am Tod. Vielleicht bin ich in der Nähe zum körperlichen Tod geistig und emotional mehr im und hängend am Leben als ich es je zuvor in meinem körperlich unversehrten Zustand war.

  • Ich erfahre auf die wohl existenziellste Art und Weise, dass es meine Gedanken sind, die das Problem verursachen. Ohne den Gedanken, dass ich gesund sein sollte, dass ich andere Dinge tun können sollte als gerade möglich sind, lebe ich einfach so wie es jetzt "dran" ist.

  • Ich kann meine Aufgabe annehmen und meinen Platz finden. Ich lerne, zufrieden zu sein mit dem was ist und wie ich bin und das Beste daraus zu machen was noch geht. Als überzeugte Perfektionistin lerne ich endlich, mich mit der zweit- oder dritt- oder viertbesten Variante zufrieden zu geben.

  • Ich bin ein Zeichen, ein Mahnmal für andere. Andere können mich ansehen und ihr Leben anders weiter leben als bisher. Oder genauso wie bisher, aber mit anderen Gedanken darüber. Ich kann die Essenz, die das Leben für mich hat, an die weitergeben, die mich ansehen oder mir zuhören.

  • Mit dem Tod vor Augen kann ich mein bisheriges Leben nochmal mit ganz anderen Augen betrachten. Wie in einem Film kann ich feststellen, wann und wie ich bisher über mich geurteilt habe. Ich kann lernen, ganz anders auf mein Leben zurückschauen - ohne mich zu kritisieren. Ich kann den Sinn und die Schönheit dessen erkennen was geschehen ist. Ich kann erkennen, dass es genau so sein sollte und das alles richtig war und ist.

#TheWork #Tod #Krankheit

Featured Posts
Recent Posts
Archive
Search By Tags
Noch keine Tags.
Follow Us
  • Facebook Basic Square
  • Twitter Basic Square
  • Google+ Basic Square
  • Facebook sauber
  • Google + sauber
  • Myspace reinigen
  • LinkedIn reinigen

© 2015 - 2018 Alex Esser Coaching & Fotografie