Konkurrenz und Wettbewerb - ein unumgängliches Übel?

Vermutlich nahezu jeder von uns ist schon einmal mehr oder minder folgenreich mit dem Thema Konkurrenz in Berührung gekommen.

Sei es bei der Erstellung eines Business-Plans und damit verbunden solchen Fragestellungen wie "Welche Wettbewerber habe ich eigentlich?" und "Werde ich mich überhaupt gegen sie durchsetzen können?". Oder als etablierter Geschäftsinhaber, der nach Jahren der Monopolstellung auf einmal zwischen viele motivierte Neugründer mit blendenden Ideen und viel Kreativität gerät….und seine Felle wegschwimmen sieht. Selbst angestellte Fachkräfte werden bisweilen sehr unangenehm durch den neuen, gut ausgebildeten Kollegen an die eigene Ersetzbarkeit erinnert - und erfahrenen Führungskräften machen quasi täglich junge, aufstrebende Mitarbeiter den gut bezahlten Job streitig.

Auch im Privatleben kann erlebte Konkurrenz allgegenwärtig sein – sieht die Freundin doch mit rund 10 Jahren mehr im Personalausweis immer noch deutlich jünger aus als man selbst. Autsch.Und der neue Typ, der seit letztem Jahr dauernd mit im Freundeskreis unterwegs ist, zockt regelmäßig alle anderen beim Training ab und ist überhaupt in allem immer so viel erfolgreicher. Das lässt man(n) ganz schön ungern auf sich sitzen.

Doch was hat es damit eigentlich auf sich? Was muss ich glauben, um der/die Erste, Beste, Schönste, Einflussreichste – kurzum: besser sein zu wollen, als alle anderen?

Die Antwort auf diese Frage hat sicher viele und sehr individuelle Aspekte. Ein möglicher Kernpunkt auf den ich hier näher eingehen möchte, könnte in der gedanklichen Unterscheidung zwischen Mangel und Fülle liegen.

Stellen Sie sich einmal vor, es steht ein großer Kuchen mitten auf dem weihnachtlich gedeckten Tisch. Um den Tisch herum drängt sich Ihre gesamte Familie mit allen angeheirateten und schon wieder geschiedenen Lebenspartnern, ehelichen und unehelichen Kindern und deren Freunden usw.

Sehen Sie das vor sich? Ganz schön eng hier…. und wie denken Sie in diesem Moment über die anderen? Über den Kuchen? Über sich selbst? Welche Reaktionen können Sie bei sich beobachten?

Und nun einmal angenommen – nur Sie allein wissen: Mutti hat sich richtig Mühe gegeben und in der Vorratskammer stehen noch fünf weitere ähnliche große Exemplare des gleichen Kuchens.

Was verändert sich für Sie in diesem Moment?

Letztlich ist der wesentliche Unterschied für das vermutlich sehr unterschiedliche Erleben der Situation die Abwesenheit eines einzigen Gedankens: "Es gibt nicht genug für alle."

Glaube ich diesen Gedanken, tue ich alles dafür, um selbst noch ein ordentliches Stück vom Kuchen für mich zu ergattern. Je größer mein Hunger, je existenzieller die Situation und je misslicher mir meine eigene Lage erscheint, desto mehr und gravierendere Mittel setze ich ein, um an mein Ziel zu gelangen. Dann sehe ich andere Menschen als Konkurrenten, Wettbewerber, vielleicht sogar als Feinde.

Auf einmal habe ich z.B. keine Freizeit mehr, weil ich meine Kunden ja keine Sekunde dem Unternehmer von nebenan überlassen will. Ich finde ich mich in Weiterbildungen oder Projekten wieder, die mich eigentlich nicht interessieren sondern deren Abschluss nur die Erfolge des Kollegen übertrumpfen soll. Ich quäle mich mit Diäten, plane Schönheitsoperationen oder bezahle viel Geld für einen Personal Trainer um endlich mal fitter zu sein als die übrigen in meinem Alter. Vor allem aber habe ich eins: sehr viel Stress. Denn selbst wenn ich das Stück Kuchen für mich ergattern konnte ist es ja nicht auf ewig meins. Ich muss es dann auch noch für die Zukunft erhalten, es verteidigen oder wieder neu in den Ring dafür steigen, ggfs. sogar noch mehr Aufwand dafür betreiben als zuvor.

Fällt Ihnen was auf? Das ist ein Fass ohne Boden. Da greifen einige Konzepte und Muster ineinander und ergeben ein perfekt funktionierendes System - nur leider keins, das uns entspannt, glücklich und friedvoll macht.

Lassen wir also doch mal für einen Moment diesen Gedanken quasi vor der Tür und gehen davon aus: Es gibt genug für alle.

Wie wäre es, sich dessen wirklich sicher sein zu können? Wie lebe ich mein Leben mit diesem Gedanken?

Auf einmal liegt es im Bereich des Möglichen, dass dort, wo ich gerade noch dachte einen Mangel zu erleben, die Fülle nur noch nicht entdeckt ist. Was tue ich also? Ich richte mich auf die Fülle aus, denn es muss sie ja hier irgendwo geben. Und ich gehe neugierig, motiviert und mit offenen Augen los, um sie zu finden.

Dabei begegnen mir Menschen, die wie ich auf dem Weg sind. Menschen, mit denen gemeinsam ich soviel weiter komme als jeder für sich alleine.

Schon auf diesem Teil meines Weges wird mir klar: Das ist bereits Fülle….und ich bin noch nicht mal am Ziel. Es war schon immer genug für alle da, ich konnte es nur nicht sehen.

#Konkurrenz #Wettbewerb #TheWork

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